Elfriede Trautner: Soziales Linz
Elfriede Trautners künstlerisches Lebenswerk zeigt, wie sie als Frau die sozialen Strukturen im Linz der 1960er und 1970er Jahre wahrnahm und bewältigte - aktuell zu sehen im Linzer Lentos Museum.
Trautner arbeitete 35 Jahre als Sekretärin am Linzer Brucknerkonservatorium (heute Anton Bruckner Privatuniversität). In ihrer Freizeit schuf die Absolventin der Linzer Kunstgewerbeschule Hunderte von technisch herausragenden Kaltnadelradierungen. Trotz ihrer eigenwilligen, hoch zeitgenössischen Bildsprache, trotz ihrer technischen Fertigkeiten blieb Elfriede Trautner zeitlebens und bis heute weit unterschätzt.
In der aktuellen Revision ihres Werks erweist sie sich als eine der interessantesten Grafikerinnen Österreichs ihrer Zeit. Mit ihren feinen Sensoren litt die Künstlerin unter dem Ausgesetztsein in einer (frauen-)feindlichen Welt, der fortschreitenden Technifizierung, der Ausbeutung der Natur und der Entfremdung des Menschen von sich selbst. In der Sprache der Pop Art und in symbolistischen, realistischen und abstrakten Ausdrucksformen fand die Künstlerin sehr pointierte und auch poetische Umsetzungen für ihre persönlichen Anschauungen und Überzeugungen.
Für Elfriede Trautner war die Kunst lebenserhaltend. Sie stellte eine Möglichkeit dar, ihre Wahrnehmungen und ihren Leidensdruck in künstlerische Kreationen zu übersetzen. Die Ausstellung zeigt frühe Zeichnungen und Kaltnadelradierungen Elfriede Trautners beginnend mit den 1940er Jahren bis in die frühen 1980er Jahre. Filmische Interviews mit ZeitzeugInnen schildern Erinnerungen an Elfriede Trautner und geben Einblick in die Linzer Kunstszene der 1960er und 1970er Jahre.
Info:
Elfriede Trautner, zu sehen bis 29. Jänner 2012
Lentos Museum
Ernst Koref Promenade
A-4020 Lnz



