KH Bregenz: Das Anne-Frank-Haus im Haus

Simon Fujiwara greift für die erste Kunsthaus Bregenz Ausstellung 2018 ein delikates Thema der Vermarktung auf: die Geschichte des Anne-Frank-Hauses in Amsterdam.

Das Gebäude, größtenteils eine Rekonstruktion, in der nur wenige Überreste originaler Artefakte aus dem Familienbesitz enthalten sind, ist ein Besuchermagnet. Fujiwara reagiert auf die Rekonstruktion der Räume, indem er das Haus im Kunsthaus Bregenz 1:1 nachbildet.
Als Vorbild nimmt er den Bastel-Bausatz, der im Shop des Anne Frank Museums erhältlich ist. Aus der Replik, aus dem Set der Kopien, wird eine große, teilweise begehbare Kopie. Das Kunsthaus Bregenz setzt damit seine unverwechselbaren Interventionen fort, diesmal mit der heute unvermeidlichen Thematisierung von Echtheit, Originalität, Wert, Geschichte und Replizierbarkeit. Simon Fujiwara: "Das Projekt ist keine Parodie des Kapitalismus, es zeigt den Kapitalismus."


Simon Fujiwara, 1982 in London geboren, wuchs in Japan, Europa und Afrika auf. Er studierte an der Cambridge University und an der Städelschule in Frankfurt am Main. Fujiwara, der häufig mit anderen Personen kollaboriert, um vermeintlich persönliche Geschichten zu erzählen, hinterfragt in seinem Werk unsere Vorstellung vom zeitgenössischen Individuum, das, selbstbestimmt und einzigartig, die eigene Fiktionalisierung betreibt, und konfrontiert uns stattdessen mit einer eher instabilen Vorstellung des Selbst, das nur durch die Mitwirkung Anderer definiert werden kann.


Info:
Simon Fujiwara - Hope House, zu sehen bis 2. April 2018
Kunsthaus Bregenz
Karl-Tizian-Platz
A-6900 Bregenz


Öffnungszeiten:
Di-So 10-18 Uhr
Do 10-20 Uhr

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