Mika Rottenbergs Kreislauf & Produktion

Die in Argentinien geborene und in Israel aufgewachsene Künstlerin Mika Rottenberg beschäftigt sich mit den Kreisläufen der Produktion und der Zirkulation von Waren. Mika Rottenbergs Kunst erzählt von skurrilen Begebenheiten mit ernstem Hintergrund - das Kunsthaus Bregenz zeigt nun die erste Personale in Österreich.

Rottenbergs Kunst ist weder distanzierte Kritik noch präzise politische Dokumentation. Ihre surrealen Szenografien zeigen die absurde Anhäufung von Waren und die Sinnlosigkeit eines globalen Vertriebs. Viele ihrer Installationen sind durchaus komisch und voller erotischer Ingredienzen.

 

In dem Video NoNoseKnows sind zwei Fertigungsebenen miteinander verschnitten. Chinesische Frauen in Anoraks sitzen an einem langen Tisch, um Sandkörner in Muscheln zu setzen. Mit wenigen Hand-griffen öffnen sie anschließend die Muscheln, um die kostbaren Perlen herauszulösen. In einer zweiten vertikalen Darstellungsebene sitzt eine Frau mit struppig blondiertem Haar und einer langen Nase, ein handbetriebener Seilzug verbindet sie mit der Ebene der arbeitenden Frauen. Spätestens hier kippt das Bild ins Absurde: Die Frau muss zum Niesen gebracht werden, vielleicht damit Fertiggerichte für die Kantine der Arbeiter-innen hergestellt werden können. Sand erzeugt Perlen, Niesen Nudeln. Reale und surreale Arbeit sind aneinandergekoppelt, als gäbe es nichts Selbstverständlicheres.

 

Für ihre Videos entwirft Rottenberg Räume, durch die sich die Besucher scheinbar zwängen müssen, sie finden sich in Werkstätten, Wettstudios, düsteren Kammern oder Tunnels mit Drehtüren versetzt. So auch im KUB, wo verdunkelte Schleusen durchwandert werden müssen. Der Weg durch die Korridore ist wie ein Gang durch das organische Innere oder fast so, als durchliefe der eigene Körper den Prozess bis zur Verpackung und anschließender Verwertung.


Info:
Mika Rottenberg, zu sehen bis 1. Juli 2018
Kunsthaus Bregenz
Karl Tizian Platz
A-6900 Bregenz


Öffnungszeiten:
Di-So 10-18 Uhr

Back to Top