MdM Salzburg: Merz' Arte Povera

Das Museum der Moderne Salzburg feiert die 1926 in Turin, Italien, geborene Künstlerin Marisa Merz mit einer fünf Jahrzehnte umfassenden Werkschau.


In einem Zusammenspiel ihrer Rollen als Künstlerin, Frau und Mutter entwickelt Merz in den 1960er-Jahren eine unverwechselbare künstlerische Sprache. In für die bildende Kunst unkonventioneller Form verarbeitet sie überwiegend weiche Materialien, wie Aluminium, Kupferdraht, Nylon, Wachs oder ungebrannten Ton. Die Künstlerin versteht ihre Werke nicht als autonome Objekte, die sich chronologisch entwickeln, sie betitelt nur wenige und lässt die meisten auch undatiert. Vielmehr wiederholt und transformiert sie Formen und Werkteile in wechselnden Arrangements.


Marisa Merz gilt als einzige weibliche Vertreterin der Arte Povera, zu deren Kreis auch ihr Ehemann Mario Merz zählt. Die Poveristi, für deren Arbeiten 1967 der Begriff geprägt wurde, treten ausgehend von Genua, Turin und Rom mit der Verwendung von „armen“ und alltäglichen Materialien hervor.
Nachdem ihre monumentale Aluminiumarbeit „Living Sculpture“ zuvor in ihrer Wohnung Gestalt angenommen hatte und dort gewachsen war, stellt Marisa Merz diese 1967 in Turin erstmals aus. Obwohl Merz die Einheit von Kunst und Leben vielleicht am radikalsten artikuliert, erhalten ihr Werk sowie ihr Einfluss erst relativ spät internationale Anerkennung.


Info:
Marisa Merz, zu sehen bis 4. November 2018
Museum der Moderne Salzburg
Mönchsberg 32
A-5020 Salzburg


Öffnungszeiten:
Di–So 10–18 Uhr
Mi 10–20 Uhr
Während der Festspiele zusätzlich Mo 10–18 Uhr

 

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