Fotopionierin Madame D'Ora

In Madame D’Oras Atelier traten die Größen der Kunst- und Modewelt, der Aristokratie und der Politik des 20. Jahrhunderts vor die Kamera. Das Wiener Leopold Museum widmet dieser schillernden Künstlerin eine interessante Werkschau.

Der erste Künstler, den Madame d'Ora fotografierte, war 1908 Gustav Klimt, der letzte war 1956 Pablo Picasso. Kaiser Karl von Österreich fand sich ebenso ein wie die Familie Rothschild, Coco Chanel und Josephine Baker oder Marc Chagall und Maurice Chevalier. Im Jahr 1907 eröffnete Dora Kallmus’ als eine der ersten Frauen in Wien ein Fotostudio. Innerhalb weniger Monate galt das Atelier D’Ora als eleganteste Adresse für das künstlerische Porträt und ihre Aufnahmen fanden in zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften im In- und Ausland weite Verbreitung.


Im Jahr 1925 ging D'Ora nach Paris, das ihr Lebens- und Arbeitsmittelpunkt werden sollte. Zahllose Aufträge für Zeitschriften folgten, die erst Mitte der 1930er-Jahre abebbten, als die politische Lage in Europa zunehmend prekärer wurde. Als entrechtete Jüdin verlor D’Ora 1940 ihr Atelier in Paris und musste sich jahrelang vor den deutschen Besatzungssoldaten in Frankreich verstecken. Nach 1945 richtete sie ihren Blick auf die Heimkehrer aus den Konzentrationslagern und auf das Schlachtvieh der Pariser abattoirs.
D’Oras Werk spannt einen Bogen von der Repräsentation des letzten österreichischen Monarchen, über den Glamour der Pariser Modewelt der 1920er- und 1930er-Jahre bis hin zu einem veränderten Europa nach dem Zweiten Weltkrieg.


Info:
Machen Sie mich schön, Madame D'Ora, zu sehen bis 29. Oktober 2018
Leopold Museum
MuseumsQuartier
A-1070 Wien


Öffnungszeiten:
Täglich 10 -18 Uhr
Donnerstag bis 21 Uhr

Back to Top