Moriz Nähr, Erneuerer der Fotografie

Moriz Nähr (1859–1945) gilt als einer der wichtigen Erneuerer in der Fotografie im „Wien um 1900“. Sein fotografisches Werk wird heute verglichen mit dem berühmten Pariser Fotografen Eugène Atget. Das Wiener Leopold Museum widmet diesem Foto-Künstler eine umfassende Werkschau.

Mit Gustav Klimt (Foto links) verband Nähr eine lebenslange Künstlerfreundschaft und ein besonderes Netzwerk prominenter Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Philosophie. Zahlreiche Porträtaufnahmen von Klimt dokumentieren die künstlerische Verbundenheit eindrücklich. Umgekehrt ließ sich auch Klimt von den fotografischen Motiven Nährs inspirieren, wie die Übereinstimmung im Gemälde "Buchenwald I" von 1902 verdeutlicht.


Die Legendenbildung um Moriz Nähr basiert einerseits auf der engen Verbindung zu Gustav Klimt und der Wiener Secession und andererseits auf seiner Beziehung zur Familie Ludwig Wittgensteins und dem habsburgischen Kaiserhaus, speziell zum Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand, zu dessen Kammerfotograf er 1908 ernannt wurde.


Aufgrund der verschiedensten Auftragsinteressenten als auch als freiberuflicher Fotograf hat sich ein vielschichtiges Oeuvre erhalten, das Landschafts- Architektur-, Porträtfotografie umfasst, und sich zudem der Street Photography (Naschmarktszenen, 1918) und Ausstellungsdokumentation (Wiener Secession) zuordnen lässt.




Info:
Moriz Nähr, zu sehen bis 29. Oktober 2018
Leopold Museum
MuseumsQuartier
A-1070 Wien


Öffnungszeiten:
Täglich 10-18 Uhr
Do 10-21 Uhr

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