Belvedere: Tintenfische als Antipode

David Zink Yi präsentiert m Wiener Belvedere in der Reihe Carlone Contemporary seine neueste Arbeit aus Keramik. Präzis modellierte Fangarme eines zerlegten Oktopus sorgen im barocken Ambiente des Belvedere für einen unerwarteten Anblick. Der vorangegangene gewaltsame Akt der Zerstückelung steht sinnbildlich für den Prozess künstlerischer Formgebung.

Das dem Menschen wohl am wenigsten ähnliche Lebewesen ist der Oktopus: Tintenfische bestehen aus Kopf und Gliedern. Sie können ihre Haut und ihre Extremitäten zum Leuchten bringen und sind in der Lage, ihr Erscheinungsbild blitzschnell zu verändern. In der ewigen Dunkelheit Ozeane lebend, sind sie daran gewöhnt, einzig die Reflexion des eigenen Lichts wahrzunehmen. Als Antipoden des Menschlichen sind sie für David Zink Yi Abbild des Fremden per se. Die Objekte loten die Grenzen des Materials Keramik aus, dessen Transformationsprozess stets ein alchemistisches Moment innewohnt.


1973 in Peru geboren, absolvierte David Zink Yi in München eine Lehre zum Holzbildhauer, gefolgt von Studien an der Akademie der Bildenden Künste München und der Universität der Künste Berlin. 2012 stellte er im Neuen Berliner Kunstverein aus, 2013 war er auf der 55. Biennale von Venedig vertreten. In seinem multidisziplinären Schaffen spürt der Künstler sozialen Strukturen und Identitätskonstruktionen nach und setzt sich mit dem künstlerischen Schaffensprozess auseinander. Zink Yi lebt und arbeitet in Berlin.


Info:
David Zink Yi, zu sehen bis 3. April 2019
Oberes Belvedere
Prinz-Eugen-Strasse 27
A-1030 Wien


Öffnungszeiten:
Täglich 9-18 Uhr
Freitag 9-21 Uhr

Back to Top