MdM Salzburg: 500 Kokoschka Werke

Mit über 500 Arbeiten bildet Oskar Kokoschkas druckgrafisches Werk eine zentrale Gruppe in der Sammlung des Museum der Moderne Salzburg. Dieser Werkgruppe wird nach langer Zeit wieder eine umfassende Schau gewidmet.

Ausgehend von seinem Frühwerk spannt die Ausstellung einen Bogen über die Porträts aus der Dresdner Zeit bis hin zu seinem Spätwerk, das ihn als Bewunderer der griechischen Kunst und Kultur ausweist, und verortet die einzelnen Werkgruppen in ihrem zeithistorischen Zusammenhang.


Kokoschka gilt gemeinsam mit Egon Schiele als Hauptvertreter des österreichischen Expressionismus. Ausgangspunkt der Ausstellung sind seine Arbeiten für die Wiener Werkstätte. Mit seinem Bühnenstück "Mörder, Hoffnung der Frauen" sorgte er auf der Internationalen Kunstausstellung in Wien 1909 für einen Skandal.
Die männliche Verunsicherung angesichts der Emanzipationsbestrebungen im Wien der Jahrhundertwende spiegelt sich in zahlreichen Arbeiten, in denen Kokoschka seine konfliktreiche Beziehung zu Alma Mahler künstlerisch verarbeitete, wider.


Nach seiner Trennung von Alma Mahler meldete sich Kokoschka zum Kriegsdienst. Aufgrund seiner Erlebnisse und Verwundungen wandelte sich der Künstler zum Pazifisten. Die Farblithografie "Das Prinzip" aus dem Jahr 1918 macht deutlich, wie nahe Brüderlichkeit und Brudermord beieinander liegen. Vor den Nationalsozialisten, die sein Werk als „entartet“ diffamierten, musste Kokoschka nach England fliehen.
Wie so viele kehrte er nach Kriegsende nicht mehr nach Österreich zurück, sondern ließ sich in der Schweiz nieder.


Info:
Oskar Kokoschka, zu sehen bis 17. Febraur 2019
Museum der Moderne Mönchsberg
Mönchsberg 32
5020 Salzburg


Öffnungszeiten:
Di–So 10–18 Uhr
Mi 10–20 Uhr

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