Ed Atkins: Zwischen Poesie und Hysterie

Ed Atkins ist ein Künstler, der in Videos, Texten und Zeichnungen einen vielschichtigen Diskurs entwickelt, der sich um den Begriff der Definition dreht. Die Unmöglichkeiten einer hinreichenden Repräsentation des Physischen, speziell des Körperlichen - vom computergenerierten Bildvokabular bis zur abgedroschensten Poesie - werden darin bis zur Hysterie durchexerziert. Das Bregenzer Kunsthaus zeigt nun eine Personale.


Im Zentrum von Atkins’ Arbeiten steht häufig eine nicht weiter identifizierte Figur, eine Art Surrogat für den Künstler, dem erst durch Atkins’ persönliche Performance Leben eingehaucht wird. Die Figur befindet sich in alltäglichen Situationen der Verzweiflung, Angst, Frustration, aber durchaus auch mit Raum für Humor.


Der Brite zeigt in Bregenz eine Reihe neuer und jüngerer Arbeiten, darunter "Old Food", eine Werkgruppe, die sich mit jedem neuen Durchgang erweitert. In diesem Fall versetzt uns Atkins in eine pseudohistorische Welt der Landbevölkerung, der idyllischen Landschaften und des ewigen Ruins. Figuren weinen unentwegt. In ihrem Leben gibt es keine theatralische Erlösung. Ein Klaviermotiv in der Endlosschleife spukt durch den Raum. Menschenmengen stürzen herab, während der Abspann läuft.
Und nicht essbare, unmögliche Sandwiches versammeln sich und kollabieren in grellen Werbungen. Ausschließlich mit CGI (computergeneriertem Bildmaterial) hergestellt wird alles in Atkins’ Schau als Fake, als Lüge verstanden: sei es Nostalgie, Geschichte, Fortschritt, authentisches Leben oder Identität.


Info:

Ed Atkins, zu sehen bis 31. März 2019
Kunsthaus Bregenz
Karl Tizian Platz
6900 Bregenz


Öffnungszeiten:
Di-So 10-18 Uhr
Donnerstag 10-20 Uhr

Back to Top