Albertina: Die Neue Sachlichkeit

Die Wiener Albertina zeigt in zwei Galerieräumen Gemälde aus der Sammlung der Oesterreichischen Nationalbank. Unter dem Titel "Die Neue Sachlichkeit in Österreich" werden 22 bedeutende Werke von Alfons Walde, Rudolf Wacker, Franz Sedlacek, Josef Floch, Albin Egger-Lienz, Herbert von Reyl-Hanisch, Viktor Planckh, Karl Hauk, Robert Kloss und Greta Freist gezeigt.

Neben der Fortführung des malerischen Expressionismus Oskar Kokoschkas etabliert sich in Österreich in den 1920er-Jahren eine gegenläufige Bewegung: die Neue Sachlichkeit.
Hauptmerkmal ist die größtmögliche Tilgung des Ausdrucks. Der Pinselstrich ist unsichtbar. Mit großer Nüchternheit widmet man sich der objektiven Wiedergabe der Wirklichkeit. Formal schließt man bei der Renaissance und Meistern wie Albrecht Dürer an. Es kommt nicht nur zur Wiederentdeckung der aufwendigen Lasurmalerei, die den einzelnen Pinselstrich verschleiern soll, sondern eifert auch den ikonografischen Vorbildern der altdeutschen Malerei nach. In Österreich bringt diese Stilrichtung eine größere Vielfalt hervor als in anderen europäischen Ländern.


Das Werk von Albin Egger-Lienz, der seine wichtigsten Arbeiten nach dem Ersten Weltkrieg schuf, weist durch seinen monumentalen Stil und die Plastizität seiner Figuren bereits auf die Neue Sachlichkeit voraus.
Mit der Figuren- und Flächenauffassung, wie sie etwa "Die Quelle" zeigt, ebnet er einem großen Maler den Weg: Alfons Walde. Beide Künstler sind in ihrem Werk den Landschaften und Menschen ihrer Tiroler Heimat verbunden. Alfons Walde ist vor allem durch seine winterlichen Ansichten aus den Kitzbüheler Bergen bekannt.


Andere Spielarten der Neuen Sachlichkeit sind der Magische Realismus und Fantastische Surrealismus. Einer ihrer wichtigsten Vertreter ist der Linzer Chemiker und Kustos im Wiener Technischen Museum Franz Sedlacek. Seine Sujets sind an der spätgotischen Malerei und den Weltlandschaften der Donauschule orientierte Fantasieszenerien mit unheimlichen Gestalten. Lied in der Dämmerung zeigt die für ihn typische Stimmung zwischen Idylle und Bedrohung.

Info:
Die Neue Sachlichkeit, zu sehen bis 7. Juli 2019
Albertina
Albertinaplatz 1
1010 Wien


Öffnungszeiten:

Täglich 10-18 Uhr
Mittwoch & Freitag 10-21 Uhr

 

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