Pierre Bonnard: Meister des Lichts

Das Kunstforum Wien zeigt zur Zeit das Werk des Postimpressionisten Pierre Bonnard (1867–1947) und damit die erste, diesem geheimnisvollen Maler gewidmete Retrospektive in Österreich.

Die Ausstellung konzentriert sich auf Bonnards spätes Werk, das nach seinem ersten Besuch an der Côte d’Azur 1909 und der Erfahrung des Mittelmeerlichts einsetzt. Jetzt verändert sich die Palette Bonnards, der bis dahin in Paris und Mittelfrankreich lebte, und die starken leuchtenden Farben des Südens beginnen sein Werk zu bestimmen – und charakterisieren es bis in sein Spätwerk.


Im Zentrum der Ausstellung steht die Farbe als zentrales Gestaltungsmittel des Künstlers. Nicht nur Stimmungen, sondern ganze Kompositionen entwickelt Bonnard über Farbakkorde, über die Gegensätze und das Zusammenspiel warmer und kühler Töne. Das raffinierte Mit- und Gegeneinander der Farbwerte ist für ihn jedoch nur eines der Mittel, um die Harmonie der Natur in Frage zu stellen. Genauso subtil spielt er mit räumlichen Verunklärungen oder "Fehlern" in der Personenführung – immer wieder sucht er, wie er es selbst formuliert, "eine Überwindung der Natur durch die Kunst".


Auch wenn Bonnards Farbmalerei in den späten Bildern bis an die Grenzen der Abstraktion geht, stellt er die Gegenständlichkeit anders als die Avantgarden zu Beginn des Jahrhunderts nie in Frage. Wohl deshalb wurde er kurz nach seinem Tod noch als Vertreter einer oberflächlichen Harmonie und "harmloser" Chronist eines großbürgerlichen Alltags klassifiziert. Tatsächlich liegt seiner Poesie des Alltäglichen eine subtile Auseinandersetzung mit seiner Umgebung zugrunde.


Bonnards vielfältiges und immer wieder neu zu entdeckendes Werk wird mit zahlreichen Leihgaben aus internationalen Museen, wie der Tate in London, dem Metropolitan Museum of Art in New York, der National Gallery in Washington, dem Musée d’Orsay in Paris oder der Ny Carlsberg Glyptotek in Kopenhagen, aber auch aus renommierten privaten Sammlungen präsentiert.


Info:
Pierre Bonnard, zu sehen bis 12. Jänner 2020
Kunstforum Bank Austria
Freyung 8
1010 Wien

 

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