Kunsthalle Krems: Gewalttätiger Tod

Der gewalttätige Tod nimmt das zentrale Thema in Teresa Margolles Kunst ein, die zur Ziet in der Kunsthalle Krems zu sehen ist.

Margolles verwendet oft Materialien, die von Leichen stammen oder mit ihnen in Berührung gekommen sind, wie menschliches Blut oder Wasser von Leichenwaschungen. In ihren Bildern, Skulpturen, Installationen, Performances, Videos und Fotografien untersucht sie die Brutalität des Todes im Kontext des mexikanischen Drogenkriegs, die ungerechte soziale Situation, den Genderhass. Die Ausstellung in der Kunsthalle Krems fokussiert nun auf einen ganz aktuellen Aspekt ihres Werkes: die fast ausweglose Situation von Transgender-Prostituierten in Ciudad Juárez, der Stadt mit den meisten Gewalttaten in Mexiko.


Margolles hat sich längere Zeit in Mexico City aufgehalten und Menschen vor Ort kennengelernt. In der Serie Pistas de Baile (2016) fotografiert sie Transgender-Prostituierte posierend auf den Überresten abgerissener Diskotheken und Nachtclubs, in denen sie früher gearbeitet haben. Die großformatigen Fotografien strahlen Stolz und Schönheit, aber auch grenzenlose Verlorenheit aus – ein starkes Statement für jene, die von der Gesellschaft ausgeschlossen sind.
Eine zweite Arbeit, die Installation Karla, Hilario Reyes Gallegos (2016), beschäftigt sich mit dem brutalen Mord an Karla, der Informantin von Margolles. Ein großes Fotoporträt, das Margolles von Karla gemacht hat, zeigt eine selbstbewusste, ältere Transgender-Prostituierte. Ein Tonbandprotokoll bildet die zweite Ebene der Arbeit, bei der eine Kollegin von Karla von ihrem unaufgeklärten Mord berichtet. Der Totenschein zeigt, dass auch im Tod die Gesellschaft die Transgender-Identität von Karla negiert: Es wird nur ihr Geburtsname Hilario Reyes Gallegos angeführt.


Info:
Teresa Margolles, zu sehen bis 23. Februar 2020
Kunsthalle Krems
Museumsplatz 5
3500 Krems


Öffnungszeiten:
Di-So geöffnet. Mo geöffnet, wenn Feiertag
10-17 Uhr

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