Josef Mildorfer: Künstler des Hoch-Adels

Anlässlich des 300. Geburtstages des Malers und Freskanten Josef Ignaz Mildorfer (1719–75) würdigt das Wiener Belvedere den Künstler mit einer Ausstellung in der Reihe IM BLICK. Der gebürtige Tiroler erhält damit in seinem Jubiläumsjahr seine erste monografische Einzelpräsentation.

In der Mitte des 18. Jahrhunderts, von 1751 bis 1759, wirkte Mildorfer als Professor für Malerei an der Wiener Kunstakademie. Zu dieser Zeit studierten dort Künstler wie der wenige Jahre jüngere Franz Anton Maulbertsch (1724–96). Durch seine Lehrtätigkeit trug Mildorfer entscheidend zur Herausbildung des ausdrucksstarken, sogenannten „Wiener Akademiestils“ bei. Werke von Künstlern aus diesem Kontext gehören zum Kernbestand der Barocksammlung des Belvedere.


Zu den prominesten Auftraggebern Mildorfers zählte das Kaiserpaar Maria Theresia und Franz I. Stephan, das den Künstler ab dem Ende der 1740er-Jahre mehrfach beschäftigte. Mildorfers Fresken im Menageriepavillon in Schönbrunn und in der Kapuzinergruft haben sich bis heute erhalten.
Eine weitere wichtige Mäzenin war Herzogin Maria Theresia Felicitas von Savoyen. Außer für aristokratische Auftraggeber – in Ungarn waren dies u. a. die Esterházys – arbeitete Mildorfer auch für Stifte und Kirchen sowie für eine neue Käuferschicht: das sich herausbildende Bürgertum.


In früheren Jahren, weit vor seinen Ämtern als savoyisch-liechtensteinischer Hofmaler und Akademieprofessor, erprobte sich Mildorfer im Genre der Schlachtenmalerei. Darin griff er die Ereignisse des damals wütenden Österreichischen Erbfolgekrieges (1740–48) auf. Die Ausstellung stellt den Künstler mit diesen seltenen Schlachtenbildern, mit ausgewählten Aufträgen in und um Wien sowie mit Werken aus dem Umfeld seiner Zeit an der Akademie vor.


Info:
Josef Ignaz Mildorfer. Rebell des Barock, zu sehen bis 6. Jänner 2020
Oberes Belvedere
Prinz Eugen-Straße 27
1030 Wien


Öffnungszeiten:
Täglich 9-18 Uhr
Freitag 9-21 Uhr

 

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