KH Bregenz: Stange, Fell, Transformation

Mit der deutschen Künstlerin Raphaela Vogel präsentiert das Kunsthaus Bregenz eine Skulptur und Video, Raum und Readymade.

Müde hängen an ihren Enden befestigte Häute von den Wänden. Raphaela Vogel hat Ziegen- und Elchhäute vernäht, bemalt und mit Polyurethan beschwert. Sie zeigen verwilderte gestische Spuren, Gewaltszenen oder flüchtige Gesichter. Raphaela Vogel stellt diese großformatigen Bilder neben raumgreifende Videoskulpturen.


Zierliche Gestänge, Plastikplanen und technische Gerätschaften gehören als fixe Bestandteile zu ihren Arrangements. Die Stangen wirken wie Zeichnungen im Raum, die Planen wie amorphe Kulissen und die Apparate wie flackernde Scheinwerfer. Manches scheint beweglich, anderes wird in eine labile Lage oder in heftige Spannung versetzt. Die Teile sind durch Seile verbunden, sie erinnern an Vorgänge physikalischer Transformation. Alu-Traversen schieben sich in den Raum oder bauen sich als Riesenkandelaber zu totalitären Statuen auf. Diese Elemente der technischen Welt stehen im Kontrast zu den Videobildern, die Vogel aus Versatzstücken, Selbstporträts und Drohnenaufnahmen schneidet.

Vogel verbindet Skulptur und Video, Raum und Readymade. Ihre Kunst besteht in der physisch erlebbaren Spannung sowie in einem kontrastreichen Spiel aus Imagination und Dimension. Es entwickeln sich kraftvolle und energische Räume, die Fragen zur menschlichen, im Besonderen weiblichen Subjektivität schärfen. Das Kunsthaus Bregenz mit seinen ruhigen, industriell anmutenden Hallen ist für diese Art der raumgreifenden Skulptur nicht nur geeignet, sondern allein schon durch seine Dimension die beste Vorgabe für Vogels künstlerische Experimente.


Info:

Raphaela Vogel. Bellend bin ich aufgewacht, zu sehen bis 6. Jänner 2020
Kunsthaus Bregenz
Karl-Tizian-Platz
6900 Bregenz


Öffnungszeiten:
Di-So 10-18 Uhr
Do 10-20 Uhr

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