Lee Krasners abstraker Expressionismus

Eine Pionie­rin des abstrak­ten Expres­sio­nis­mus in den USA ist nach mehr als 50 Jahren in einer großen Retro­spek­tive wieder in Europa zu sehen: Lee Kras­ner (1908–1984). Die Frankfurter Schirn präsen­tiert Haupt­werke der Künst­le­rin, darun­ter Gemälde, Colla­gen und Zeich­nun­gen, sowie Foto­gra­fien und Film­auf­nah­men dieser Zeit.

Die Ausstel­lung erzählt die Geschichte einer der unbe­irr­bars­ten Künst­le­rin­nen des 20. Jahr­hun­derts und zeigt Kras­ners Gesamt­werk, das ein halbes Jahr­hun­dert umfasst: Selbst­por­träts aus den 1920er-Jahren, Aktdar­stel­lun­gen in Kohle, Werk­grup­pen, wie etwa die geome­tri­schen "Little Images" aus den 1940er-Jahren oder wegwei­sende Gemälde der "Prophecy"-Reihe aus den 1950er-Jahren, expe­ri­men­telle, groß­for­ma­tige Werke der "Umber"- und "Primary"-Serie der 1960er-Jahre und späte Colla­gen der 1970er-Jahre.


Ziel­stre­big nahm Kras­ner bereits zu High-School-Zeiten Kunst­un­ter­richt und studierte in New York an der Cooper Union, der Natio­nal Academy of Design der Hans Hofmann School of Fine Arts. Sie war akti­ves Mitglied der Ameri­can Abstract Artists und pflegte Freund­schaf­ten zu Ray Eames, Ashile Gorky und Willem de Koon­ing. Im New York der 1940er-Jahre bewegte sie sich neben Künst­lern wie Mark Rothko, Barnett Newman, Stuart Davis und Jack­son Pollock im Zentrum der sich neu heraus­bil­den­den Kunst­rich­tung des abstrak­ten Expres­sio­nis­mus, auch New York Style genannt.


Mit unter­schied­li­chen künst­le­ri­schen Ansät­zen suchte diese junge Künst­ler­ge­ne­ra­tion nach dem Zwei­ten Welt­krieg eine neue bild­ne­ri­sche Spra­che durch eine spon­tane, abstrakte Arbeits­weise sowie die Abkehr von euro­päi­schen Bild­tra­di­tio­nen. Anders als andere Künst­ler dieser Zeit, die eben­falls unge­gen­ständ­lich malten, entwi­ckelte Kras­ner nie einen „signa­ture style“, sondern reflek­tierte ihre Praxis mit dem Anspruch, ihre Bild­spra­che stets neu zu erfin­den.


Info:
Lee Krasner, zu sehen bis 12. Jänner 2020
Schirn Kunsthalle
Römerberg
60311 Frankfurt am Main


Öffnungszeiten:
Dienstag, Freitag – Sonntag 10–19 Uhr
Mittwoch und Donnerstag 10–22 Uhr

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