Innsbruck: Kunstforum on tour

Das BA-CA Kunstforum on tour: bis zum 8. Jänner 2006 zeigen Kunstforum-Chefin Ingried Brugger und ihr Team das Ausstellungsprojekt "Figur und Wirklichkeit: Wie Österreichs Maler die Welt verwandeln" in Kooperation mit dem Stadtmuseum der Stadt Innsbruck und dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum.

Die größten internationalen Kunstmessen zeigen es: Die figurative Malerei wird frenetisch gefeiert. Neue Schulen und Künstlergruppen, wie etwa die Leipziger Schule, erleben Höhenflüge am Kunstmarkt; die enorme Anfrage zeigt die neue Lust auf das Tafelbild, so wie vor gut 20 Jahren, als etwa die Neuen Wilden die Kunstwelt eroberten. Ganz "retro" wirft die Ausstellung einen "österreichischen Blick" auf die Zeit von den späten 1970er Jahren bis heute.

Zum Einstieg bietet die Schau die "Mütter und Väter" der figurativen Malerei, wie etwa Maria Lassnig, Christian Ludwig Attersee oder Kurt Kocherscheidt. Sie alle legen eine wichtige Basis für den Boom der gefeierten expressionistisch-figurativen Malerei der 1980er Jahre: Österreichische Maler wurden vermehrt in internationalen Malereiausstellungen sowie Biennalen präsentiert, und aus dem Hunger nach Bildern resultierte eine rasch anwachsende Galerienszene.

Es ist vor allem die darauf folgende Malergeneration – mit ihren Hauptvertretern Siegfried Anzinger, Hubert Schmalix und Alois Mosbacher –, die entscheidende Impulse für die ihr nachfolgenden Malereiströmungen in Österreich gesetzt hat, selbst aber noch immer wichtige Beiträge leistet.

Die heutige Szene der österreichischen figurativen Malerei hat sich als schillernder und vielfältiger Kunstschauplatz etabliert. Das Spektrum reicht von expressionistischer Bildsprache über eine malerisch sensible Artikulation bis hin zur sachlichen Beschreibung der Wirklichkeit.

Neben dem formalen Reichtum steht auch die große Bandbreite an erzählerischen und motivischen Strukturen im Mittelpunkt, die in dieser Ausstellung figurativer Malerei aus Österreich vor Augen geführt werden: Jugendkultur, Mode, Alltag, Körperlichkeit und Sexualität, Pathos und Schönheit, das Groteske, der Trash und der Kitsch sind ihre Inhalte.

Info:
"Figur und Wirklichkeit: Wie Österreichs Maler die Welt verwandeln", zu sehen bis 8. Jänner 2006
Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum
Museumsstrasse 15
A-6020 Innsbruck

Öffnungszeiten:
Dienstag – Sonntag: 10 – 18 Uhr

Bild rechts oben: Martin Schnur, Krieg der Lichter – Double Flash, 2005, Privatsammlung München
Bild links Mitte: Oliver Dorfer, Petit Toyo 2, 2005
Bild rechts Mitte: Ingmar Alge, höchst nr. 4, 2003
Bild links unten: Hubert Schmalix, Ein schöner Sonntag, 2000
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