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Österreich
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Galerie Kovacek & Zetter
Das Tier in der Kunst
Das Tierstück als eigenständige Gattung der Malerei entwickelt sich im späten 17. und beginnenden 18. Jahrhundert. Die Grundlage bildet eine neue Art der Naturbetrachtung und die genaue Erforschung aller Tiere und ihrer Lebensräume. Prachtvolle Menagerien und Zooanlagen entstehen, in denen man die exotischsten Lebewesen bewundern und bestaunen kann. Vom bloßen Attribut oder ikonografischen Symbol wird das Tier zum alleinigen Darstellungsmotiv. Maler wie Melchior Hondecoeter, Paul de Vos oder Paulus Potter können als Meister dieses „Genre animaux“ genannt werden. Neben dem Jagdstück gewinnt die Genremalerei mit tierischen Akteuren zunehmend an Bedeutung. Das Tier wird im Zuge der Aufklärung als eigenständige Kreatur mit Gefühl, Verstand und Seele wahrgenommen und als solche dargestellt. Auch in der österreichischen Malerei blickt die Tiermalerei auf eine reiche Tradition zurück. An der Akademie für bildende Künste in Wien gibt es eine eigene Klasse für diese Gattung. Vor allem um die Jahrhundertwende erhält das Genre wichtige Impulse durch Maler wie Alfred Roller, Emil Orlik und Ferdinand Andri. In der Malerei und im Kunsthandwerk des Jugendstils spielt das Tier eine tragende Rolle mit vielfältigen Deutungsmöglichkeiten. Es ist Jäger und Beute zugleich, Freund und Feind des Menschen, geliebtes und gefürchtetes aber auch wegen seiner Schönheit und Vielfalt bewundertes Wesen.
Einer der berühmtesten österreichischen Tiermaler ist zweifelsfrei Ludwig Heinrich Jungnickel, von dem eine Vielzahl an hervorragenden Werken in der Ausstellung zu sehen ist. Zu den frühen Arbeiten gehören die wundervollen Holzschnitte der Serie der „Schönbrunner Tiertypen“, seltene Sammlerstücke, die in ihrer grafischen Brillanz beeindrucken und dem Jugendstil verhaftet sind. Sie belegen aber auch die intensive Auseinandersetzung des Künstlers mit dem japanischen Farbholzschnitt.
Exhibition opening: 25. Mai 2011





















