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Galerie Krinzinger

Secundino Hernández: Indigenismo

Secundino Hernández kämpft gegen Leinwände wie Don Quijote und Sancho Panza gegen dieWindmühlen: Einerseits geht er ins Gefecht, andererseits weiß er um die Aussichtslosigkeit der Schlacht, ja um die Illusion des perfekten Bildes. Schon in seinen frühen Arbeiten beschäftigt er sich damit, wie Bilder funktionieren, wie sie konstruiert werden, wie sie entwickelt werden. Der Prozess der Bildfindung ist bei ihm essentiell und geht evolutionär vonstatten, ein Bild folgt dem anderen, das Kommende ist Antwort auf das Vergangene und Streben nach Verbesserung. Und trotzdem endet die Arbeit im Atelier am Abend mit einem Spotten über die Bilder, die er sich abgerungen hat – mit einem tragischen sich der Leinwand Ergeben, um den Kampf am nächsten Tag wieder aufzunehmen. Die Unmöglichkeit, eine Idee in eine Form zu übertragen, ist ihm bewußt, das Scheitern nimmt er als Bedingung seiner Arbeit wahr und macht sie zu einem Teil seines Schaffungsprozesses. Hauptgegenstand seiner Malerei ist der Mensch, den er als Entität und auch als Prototyp des Selbst zum Gegenstand seiner Betrachtungen macht. Die Malerei ist für Hernández ein Werkzeug, um das Selbst zu erforschen und über die Leinwand in eine Beziehung zu einer äußeren Realität zu bringen. Die Brechung des Zwangs einer formalen Idee ist ihm dabei malerisches Anliegen, die Re-Formation und Re-Konstruktion des menschlichen Körpers sind die methodischen Ansätze. Spott, Widerspruch, Absurdität und Unterhaltung sind gleichberechtigte Partner im Werk des Künstlers und deren Balance die Grundvoraussetzung für ein Bild – wie auch in der Geschichte von Don Quijote, die in all ihrer Tragik doch Vergnügen bereitet.

Exhibition opening: 15. Juli 2010

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