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Galerie Krinzinger

Gavin Turk: Before the world was round

"Before the world was round" ist sowohl Titel der Ausstellung als auch eine zentrale Arbeit in Gavin Turks Schau: Eine Weltkarte aus abblätternder Farbe steht für die Krise einer einstigen Weltmacht. Großbritannien, einst stolze Heimat von Seeleuten, Kriegern, Bauern und Händlern ist auf Identitätssuche. Das britische Erbe ist zu einem Schatten seiner selbst geworden, als Klischee und Karikatur wird es von der Tourismusindustrie instrumentalisiert, vom Punk dekonstruiert, vom amerikanischen Kulturtsunami (auf dem Warhol so gekonnt surfte) überrollt.

 

Während die Künstlerateliers lebendiger denn eh und je und voller technischer Raffinesse sind, hat die britische Kultur ihre handwerkliche Industrie weitestgehend verloren. Die "White Van Man" (selbständige Handwerker mit ihren weißen Minivans) sind ihr klägliches Überbleibsel, in der "Transit Disaster"-Serie (2010/11) sind ihre Autos als Wracks zu sehen, der Schutt des postindustriellen Symbols der british working class durch die Brille von Andy Warhol. Kunst wird auf ein menschlichen Überresten entsprechendes Häufchen Asche ("Ash", 2008) reduziert. Die Revolution, die niemals stattfand, spiegelt sich in "Missile" (2010) wieder, einem Ziegelstein der ein übermalter Bronzeabguss ist – Turks Markenzeichen. Ähnlich funktioniert »Pavement« (2008), ein bemalter Guss eines Gehsteigs. "The Beach" (2010) ist die Frottage eines Gehwegs, bevor die Menschen sich erheben und den Sand unter den Steinen freilegen. "Nail" (2011) ist ein Mahnmal, ein rostiger Nagel in menschlicher Dimension.

 

Exhibition opening: 24. Februar 2011

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Kunstwerke im Depot


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