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James Welling

„Ich sehe immer weniger Unterschied zwischen darstellender und so genannter abstrakter Fotografie. In jeder Fotografie gibt es immer darstellende und abstrakte Momente.“ James Welling, 2007

In mehr als drei Jahrzehnten hat James Welling ein Œuvre geschaffen, das beim ersten Blick äußerst heterogene Werkserien umfasst. Während seiner Ausbildung am CalArts, dem für Film und Video berühmten California Institute of the Arts, gab es keine Abteilung für Fotografie im handwerklichen Sinn. So erlaubte ihm sein experimentierfreudiger Zugriff auf das Medium die größtmögliche Freiheit jenseits zeitgebundener Lehren und Doktrinen. Sein Interesse galt von Anfang an dem „Making of an object“, dem Fotografieren im vielzitierten Sinn von „Lichtschreiben“.

Die Fotografien von James Welling beruhen auf komplexen Herstellungsverfahren mit einer Reihe historischer Referenzen. Seine darstellenden, quasi dokumentarischen Werkserien in der Tradition der klassischen Kunstfotografie eines Paul Strand entstehen parallel zu abstrakten Arbeiten, den Fotogrammen, wie sie durch die Avantgarde mit Moholy-Nagy, Christian Schad und Man Ray im Kunstkanon verankert worden sind. „Ich sehe, im Rückblick, keine Möglichkeit, der Geschichte der Fotografie zu entkommen.“ (JW, 2003)

James Welling verwendet herkömmliche analoge oder digitale fotografische Verfahren, mit oder ohne Kamera, oft auch in Kombination und jenseits von Glaubenskriegen. Sein Interesse gilt den Modulationen von Licht und Schatten sowie dem Faktor Zeit. Eine „Entschleunigung“ des Sehens, eine Störung des schnellen Bildkonsums stellt sich ein. James Welling formuliert, mit Bezug auf den amerikanischen Lyriker Wallace Stevens, der sich gegen das schnelle Lesen und Verstehen von Gedichten wendet: „Ich möchte diese Art des Erkennens verlangsamen. Ich möchte etwas machen, was das Bild ‚ent-häutet’, denn Fotografie war für mich nie die direkte und simple Aufzeichnung dessen, was man sieht.“ (JW, 2007) So gibt James Welling, den Dokumentarcharakter von Fotografie bezweifelnd, vielmehr dem, was er selbst sieht, eine physische Form, die er organisiert und auf ein Stück Papier bringt.

 

Ausstellungbeginn: 19. September 2008
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