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Isa Melsheimer: Land aus Glas

Isa Melsheimer nimmt in ihren Skulpturen und Installationen wiederholt Bezug auf Architektur und Wohnbau. Sie thematisiert unbehauste Orte wie jene unter Brücken oder Treppen, zitiert in hybriden Räumen – oft im Schuhschachtelformat – Elemente sogenannter Wohnkultur und bringt in ihren Modellwelten gesellschaftspolitische Utopien wie psychosoziale Realitäten in kritisch-poetische Verbindung.

In der gegenwärtigen Ausstellung nähert sich Isa Melsheimer dem Nicht-Ort der Utopie selbst und ihrem Scheitern am Beispiel der Gläsernen Kette, einer korrespondierenden Gruppe von expressionistischen Architekten, die Bruno Taut (1880-1938) im November 1919 ins Leben gerufen hatte. Isa Melsheimers Glasskulpturen beziehen sich auf die skizzierten Visionen u.a. von Carl Krayl, Wenzel August Hablik, Hans Scharoun, der Gebrüder Luckhardt und Bruno Taut selbst, vor allem auf seine „Alpine Architektur“ (1919). Teilweise mehrfarbig, teilweise auch in Blei gefasst („Tiffany-Technik“) thematisieren Melsheimers Skulpturen die Vorstellung einer gläsernen Baukunst und die mystische Kristallverklärung der Expressionisten. Sekundiert werden sie von Textauszügen des Schriftstellers Paul Scheerbart (1863-1915), der mit seiner Abhandlung „Glasarchitektur“, erschienen 1914, entscheidenden Einfluss auf die Architektengruppe nahm. Die Textauszüge sind auf lange Stoffbahnen gestickt, etwa:

„Wir leben zumeist in geschlossenen Räumen. Diese bilden das Milieu, aus dem unsre Kultur herauswächst. Unsre Kultur ist gewissermaßen ein Produkt unsrer Architektur. Wollen wir unsre Kultur auf ein höheres Niveau bringen, so sind wir wohl oder übel gezwungen, unsre Architektur umzuwandeln. Und dieses wird uns nur dann möglich sein, wenn wir den Räumen, in denen wir leben, das Geschlossene nehmen. Das aber können wir nur durch Einführung der Glasarchitektur, die das Sonnenlicht und das Licht des Mondes und der Sterne nicht nur durch ein paar Fenster in die Räume lässt, sondern gleich durch möglichst viele Wände, die ganz aus Glas sind, aus farbigen Gläsern. Das neue Milieu, das wir uns dadurch schaffen, muß uns eine neue Kultur bringen.“ (Isa Melsheimer)

 

Ausstellungbeginn: 20. Februar 2009

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