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Galerie nächst St. Stephan

Michal Budny: Mirror

„Ohne Titel (Augen im Spiegel)“ war der Titel einer Arbeit, die Michał Budny 2008 in seiner ersten Ausstellung „Winter“ in der Galerie nächst St. Stephan zeigte – ein zweidimensionales Wandobjekt mit zwei kreisrunden, schwarzen Acrylklecksen auf rohem Karton. Sie thematisierte im Widerspruch zu ihrem Titel nicht reflektierende Wiedererkenntnis, sondern zwei blinde Flecke, nicht räumliche Verdoppelung, sondern eine Art von Sehstörung, einen Fehler, der kein Defekt ist, sondern auf planer Fläche einen neuen, ungewissen Raum eröffnet. Ungewiss in seiner Materialität, ungewiss in seiner Zwei- und Dreidimensionalität: eine Welt, in der sich die Ordnung von Raum und Zeit verschoben hat.

Seither versucht Budny mit seinen Arbeiten die Möglichkeiten dieser „verrückenden“ Welt auszuloten, die einer psychischen Landschaft gleicht, einem blinden Spiegel oder verblassten Porträts, einer Welt, die Zeit und Raum rückläufig spiegelverkehrt aufrollt und Spuren von zukünftig Vergangenem andeutet. Die verwendeten Materialien – Karton, Transparentfolien, Klebebänder – sind bewusst arm und unterliegen von vornherein der Vergänglichkeit und äußeren Kräften.

Budnys Spiegel sind keine glatten, glänzenden Flächen, die präzise Bilder vorhalten, sondern solche, die Wahrnehmungsmöglichkeiten herstellen, flüchtige Transparenzen und labile Prozesse der Empfindung. Sie können sich als flache Bilder oder räumliche Installationen gestalten und veränderliches Licht und Schatten einbeziehen. Der virtuose Umgang mit Karton, Schere und Acryl, der zuvor Objekte scheinbar minimalistischer Perfektion hervorbrachte, hat einem experimentellen Ausloten und Befragen von Skulptur und ihrer Konsistenz Platz gemacht. Die neuen Objekte gleichen mit Präzision und Methode unfertigen, auf halbem Weg belassenen Gebilden. Sie behaupten nun nicht mehr die Faktizität eines skulpturalen Körpers, sondern thematisieren in aller ihrer Poesie und Fragilität dessen Entstehungsprozess, seine Potentialitäten und Bedingtheit in Raum und Zeit..

Michał Budny wurde 2007 zu “Bodycheck“, der 10. Kleinplastik-Triennale in Fellbach, und 2008 zur Manifesta 7 im Trentino eingeladen. Nach seiner medial vielbeachteten Einzelausstellung 2010 in der South London Gallery wird er 2011 Einzelausstellungen im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf, und im Kunstmuseum Stuttgart bestreiten.

Exhibition opening: 21. Jänner 2011
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Alice Attie, Karin Sander, Jongsuk Yoon


Amicale Succursale: "Prolongation" Around 'Wor((l)d)(k) in Progress?' by Joelle Tuerlinckx


As If In A Foreign Country


Bernard Frize: Turn to the Pieces into a Place


Caitlin Lonegan Rebecca Morris Laura Owens


Chicago, Ibiza etc.


Christoph Weber


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Daniel Knorr: Reduce Speed Now


Ferdinand Penker


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Heinrich Dunst: About A B order


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Jessica Stockholder: Snug Parting


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Just so stories


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Ludwig Gosewitz Imi Knoebel Jochen Lempert Ferdinand Penker


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current exhibition

Polly Apfelbaum: Planiverse


Sonia Leimer: Above the crocodiles


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Walter Swennen

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