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Galerie nächst St. Stephan

Adrian Schiess

Die im Sommer 2009 gemalten und im folgenden Jahr im Musée d’Art Moderne in St. Etienne zum ersten Mal ausgestellten Bilder sind die größten einzelnen Arbeiten, die Adrian Schiess je gemacht hat, sie messen 340 x 240 cm. Was die Form betrifft – ein mit farbgetränktem Gewebe bespannter rechteckiger Keilrahmen, an der Wand befestigt – sind es zugleich seine konventionellsten Werke. Jahrzehntelang hat er viel Verschiedenes realisiert, aber keine flachen Arbeiten, die „wie ein Gemälde“ aufgehängt werden. Einige dieser neuen Bilder sehen aus, als sei mit ihnen der Atelierboden aufgewischt worden. Damit ist gesagt, dass aus ihnen jedes Ansinnen des Künstlers getilgt ist, die einfache und zugleich schwer zu erlangende Wirklichkeit der Dinge zu übersteigen. Mit diesen Bildern malt Schiess etwas, das so roh, anspruchslos, tatsächlich, vielfältig und uneinheitlich ist wie die Natur, wenn sie nicht daraufhin angeschaut wird, was man mit ihr machen kann, sondern daraufhin, was sie selbst einfach ist. Er malt Bilder, die aussehen wie der Atelierboden, aber nicht wie gemalte Bilder. Das ist das Schlichteste überhaupt, doch es ist unendlich schwierig, es in eine Form zu bringen. Und es braucht eine Form, denn „einfach so“ ist das Einfachste nie zu haben. Es bedarf einer aufwändigen, methodisch erfindungsreichen Arbeit des Künstlers, um sich von allen eingeschliffenen Intentionen zu befreien, mit denen die Gewohnheit das Ungenügen am Wirklichen zu überwinden sucht.

Exhibition opening: 11. März 2011

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