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Dorotheergasse 5
1010 Wien
Österreich
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Di-Fr: 11.00-18.00 Sa: 10.00-16.00
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Galerie Ernst Hilger
Permanent Daylight, and The Grandchildren of Mao
Erró ist in den aktuellen Bildern sowohl seinen charakteristischen Gestaltungsprinzipien als auch seiner appropriativen Sujetwahl treu geblieben. Der gebürtige Isländer ist ein „Sampler“ der modernen Kunstgeschichte und einem schier unfassbaren Spektrum an Genres des Alltäglichen: Comic, Werbeplakate, Schundhefte, Erotikhefte ...
Selbstverständlich verwebt er unterschiedliche ikonografische Ebenen. So drängt sich etwa eine asiatische Karaokesängerin in den Bildvordergrund der Arnolfinis, besser gesagt, Errós poppiger Paraphrase auf Jan van Eycks Standesporträt. Aus High wird Low. Der Künstler stülpt dem flämischen Ehepaar Comicmasken über, wie in einem Cartoon von Walt Disney. Im Konvexspiegel im Bildhintergrund schaut Mickey Mouse hinter dem Vorhang hervor. Erró bedient sich der Kunstgeschichte und ihren Bildikonen, so als ob er vor einem reichhaltigen Buffet stehen und sich die Ingredienzien der Kunst auf seinen Teller aufladen würde.
Der Künstler unterscheidet nicht zwischen hoher Kunst und Alltagsleben. Das macht ihn zu einem Verwandten mancher Pop Art Künstler, wie zum Beispiel Roy Lichtenstein, der etwa in einem seiner Bilder einen Picasso-Kopf mit Konsumgütern verbunden hat. Diese einheitliche Wirkung erzielte Lichtenstein durch die ebenso einheitliche malerische Behandlung, die dem Siebdruck ähnelt. Bei Erró ist es die an Comicdrucke erinnernde anonyme Maltechnik.
Seit den 1970er Jahren treten vermehrt Motive aus der ostasiatischen Kulturkreis auf. Erró war dem Kommunismus verbunden und fand Interesse an den Lehren Maos. Diese scheinbare konfliktfreie, idyllische Welt formuliert der Künstler in seinen Gemälden: Strahlende Gesichter; ein triumphierender Mao, der die ganze Welt bereist. Trotz all dem Glanz steckt in jenen Bildern eine Brise beißender Ironie, die den sozialkritischen Menschen Erró hervorhebt – so wie auch seine frühen Bilder mit Collagecharakter aus den 1950er und 1960er Jahren.



































