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Galerie hilger contemporary

Sara Rahbar: Love arrived and how red, Nives Widauer: minor catastrophies

Eines der Schlüsselmotive/-objekte, welches beständig in den Werken von Rahbar wiederkehrt und den Hauptteil ihrer Arbeiten bildet, ist ein Objekt, das bereits seit 4,000 Jahren besteht. Die Fahne, eine der ältesten bekannten Zeichen für Nationalismus und Zugehörigkeit, wird unter ihren kreativen Händen zur Basis ihrer gewebten Bilder, auf dieser Grundlage platziert sie Symbole, welche sie beim Stöbern auf Abverkäufen am Exodus findet, wo feine Stoffe und Stickereien letztendlich enden- auf Flohmärkten und abgelegenen Ersatzlagern. Ihre dramatische Fotoserie, Love arrived & how red, kann, einigermaßen und im Vergleich mit Hilfe der Titeln gelesen werden, die Referenzen zu traditionellen gesellschaftlichen Horrorvorstellungen einer jungfräulichen Braut liefern; jedoch wäre dies allein eine zu symbolische Interpretation einer so umfangreichen, vielschichtigen Serie von inszenierten Begegnungen zwischen den Protagonisten. Dieses verstörende Set von Arbeiten, mit dessen nationaler Kodierung und Symbolik, erlaubt es dem Publikum sich von der Dominanz des Genres an Informationen, welches das begrenzte Feld des Patriotismus strukturiert, gefangen nehmen zu lassen. Die Verbindung von Moderne und militärischen Behörden und der übertretenden, zerklüfteten und konfliktreichen Ambivalenz zwischen den Geschlechtern, hypnotisiert uns mit deren Dualität der Zugehörigkeit, welche beständig innerhalb der Vektoren funktioniert, welche die Banalität des Bösen und die Auslöschung des Lebens einander anpasst.

Nives Widauer (geboren in Basel, lebt in Wien und Basel) hat in den Medien Video und Fotografie eine eigene poetische Sprache entwickelt, die sie in Installationen und Performances, Arbeiten auf Papier sowie Objekten einsetzt. Ausgangspunkte ihrer dichten und sensiblen Bildsprache sind u. a. Found Footages unterschiedlichster Provenienz, die Widauer weiterbearbeitet, dekontextualisiert und so in ihren audiovisuellen „Kosmos“ integriert; Als Leitmotiv zieht sich durch die Arbeiten einerseits der Wunsch nach einer Synthese von Traum und Wirklichkeit, andererseits ein forschendes Interesse, Lebenszusammenhänge zu verstehen.
Die Aussen- und Innensicht, der Wechsel der Perspektive, aber auch die bewusste Verschiebung der „Autorposition“ sind Charakteristika ihrer Arbeiten. Seit Anfang der Neunzigerjahre spielen die Übergänge von bildender Kunst, Literatur und Theater für Nives Widauer bei der Entwicklung von Projekten und neuen Arbeiten eine wichtige Rolle.
 

Exhibition opening: 24. Februar 2009
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