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Galerie Lang Wien

Beate Glück: Guys

Neben dem neuen Paradigma der Abstraktion entfalten sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts zahlreiche andere neue Extensionen der europäischen Malerei. Eines dieser Paradigmen ist das Ethnographische, genauer: das Ethno-Ästhetische. War es für die Entwicklung des Kubismus ein genuines bildnerisches Aufbrechen des zentralperspektivischen Dispositivs durch die Erfahrung afrikanischer „Skulpturen“ bzw. Masken, so ging es etwa bei Paul Gauguin generell um ästhetische Lebensformen. Gleichzeitig manifestiert sich darin aber auch in der Bildenden Kunst ein nachdrücklicher Effekt des Kolonialistischen, der fortan immer wieder eine künstlerische Virulenz erzeugte.

Einer dieser ethnographischen Effekte findet sich in der seit 2006 entstandenen Bildserie „Guys“ von Beate Glück, die einen vielschichtigen Arbeitsprozess implizieren. Zunächst greift sie auf die von ihr seit Anfang der 90er Jahre praktizierte Verfahrensweise der „Leinwandverwitterung“ zurück. Malleinwände werden über viele Wochen und Monate im Freien der Witterung ausgesetzt. Diese Form der Einschreibung von Natur auf und in die Leinwand ist zunächst pure Effektivität des Temporalen. Diese Form einer autokatalytischen Malerei situiert Natur als elementare ästhetische Kategorie und grundlegenden Konstitutionsfaktor. Es geht in diesem ersten Arbeitsschritt also nicht um das Thema der Abstraktion oder aktionistischen Malerei. Vielmehr findet sich damit ein erster essentieller ethnographischer Verweis auf die Kultur des Anderen. Naturmaterialien fungieren hier nicht in einem materialromantischen Zusammenhang, sondern vielmehr in dem Versuch der Gewinnung eines anthropologischen Nullpunktes. (Auszug aus einem Text von Carl Aigner)

 

Exhibition opening: 1. Juli 2008

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