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Österreichisches Infanterie-Feldlager in der Lombardei - Mailand 1858
Wilhelm Richter (Wien 1824 – Mödling 1892)
112x140 cm, gerahmt, Öl auf Leinwand
signiert und datiert (unten rechts): "Richter Mailand 1858", verso zeitgenössischer Klebezettel (rechter Rand fehlt) mit handschriflichem Federvermerk: "Wilhelm Richter / gemalt in Mailand 185[8] / österreichisches Friedens-Lager bei So[mma?] / in der Lonbardei"
Das schöne und detailreiche Gemälde zeigt ein friedensmäßiges Feldlager (vermutlich) des k.k. ungarischen Infanterie-Regiments "FZM Franz Graf Gyulay" Nr. 33 zusammen mit Angehörigen anderer Waffengattungen (Ulanen, Artilleristen, Feldjäger). Den Mittelpunkt der Darstellung bildet eine ungarische Zigeunerkapelle, unter deren Zuhörern sich auch ein schwarzafrikanischer (!) Gemeiner des Infanterieregiments (Nr. 33 ?) befindet. Im mittleren Hintergrund ein Oberoffizier der dargestellten Infanterieeinheit im Gespräch mit einem Offizier des Generalstabs.
Das Bild könnte mit einem Werk Richters übereinstimmen, welches im Jahre 1859 in der Jahres-Ausstellung der Kunstakademie zu St. Anna präsentiert und um 235 Gulden feilgeboten wurde (siehe: Wurzbach, Bd.26, p.66). Der von Wurzbach in seinem biographischen Artikel über Wilhelm Richter zitierte Titel des Gemäldes lautet: "Friedenslager bei Somma".
Wilhelm Richter, Bildnis-, Genre und Militärmaler, Schüler an der Akademie der bildenden Künste unter Johann Nepomuk Ender und Leopold Kupelwieser, in den Feldzügen von 1848, 1859, 1864 und 1866 tätig als Schlachtenmaler im k.k. Hauptquartier. Seine auf diesen Kriegsschauplätzen in großer Zahl entstandenen Soldaten- und Schlachtenbilder sind von großer Lebendigkeit geprägt, was Richter bald den Ruf eines hervorragenden Schlachtenmalers, deren es damals nur wenige gab, einbrachte. [...] Bei der häufigen und regelmäßigen Beteiligung an den Ausstellungen zu St. Anna (ab 1838), im österreichischen Kunstverein und an der 3. internationalen Kunstausstellung in Wien (1871) zeigte Richter stets die hohe Qualität seiner schwungvollen Malweise. (ÖBL, p.131).
Literatur:
Österreichisches Biographisches Lexikon, Bd. 9, S.131.
Thieme/Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler, Bd. 28, S.302.
Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, Bd.2 6, 'S.65f.
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