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Oswald Haerdtl

Oswald Haerdtl (Jahrgang 1899) verbrachte Kindheit im Kahlenbergdorf bei Wien. Er schloss seine Schulausbildung in der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien ab und absolvierte eine Tischlerlehre in einer Möbeltischlerei.

Im Herbst 1916 trat Haerdtl in die Kunstgewerbeschule Wien ein und besuchte zunächst die Malklasse Kolo Mosers. Ein Jahr später rückte er als Freiwilliger ein und absolvierte die Offiziersschule.
Nach dem Krieg kehrte Haerdtl an die Kunstgewerbeschule zurück, entschloss sich aber, bei Oskar Strnad Architektur zu studieren.

1922 wurde Oswald Haerdtl Assistent von Josef Hoffmann, 1928 wurde er dessen Atelierchef. 1935 wurde Haerdtl Professor für Architektur, 1938 auch Professor für gewerblichen und industriellen Entwurf an der Wiener Kunstgewerbeschule.
1939 eröffnete er sein eigenes Atelier.
Während der Naziherrschaft konnte Haerdtl weiterhin seine Lehrtätigkeit an der Kunstgewerbeschule, die nun „Reichshochschule für angewandte Kunst“ hieß, ausüben.



Haerdtl, der mit der Italienerin Carmela Prati verheiratet war, befasste sich ausführlich mit der italienischen Moderne.
Eines seiner bekanntesten Gebäude ist das Historische Museum der Stadt Wien am Karlsplatz (seit 2004: Wien Museum). Besonders gelungen auch das berühmte Wiener Café Prückel am Stubenring (Bild links).



Oswald Haerdtl starb 1959 in Wien.