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Othmar Zechyr

Nach einem kurzen, intensiven Leben verstarb Othmar Zechyr (1938 Linz – 1996 Linz) im Alter von 58 Jahren – ein beeindruckendes und umfangreiches Werk an Zeichnungen und Druckgraphiken hinterlassend.

Das facetten- und umfangreiche Werk Zechyrs bezieht seine starke Intensität, Dynamik und Kraft aus der existenziellen Auseinandersetzung seiner anarchischen, konsequenten und exzessiven Persönlichkeit mit "der Welt" - aus seinen empfindsamen Notationen der Wahrnehmung von Einsamkeit, Angst und Ekstase, von Harmonie, Katastrophe und Zerstörung.

Obwohl sich Zechyr in seinem Werk auf die Druckgraphik und Zeichnung beschränkte, war seine künstlerische Grundeinstellung auch zutiefst skulptural und architektonisch geprägt. Entsprechende Anregungen hatte Zechyr in den 1960er Jahren in Wien erhalten. Getragen von der damaligen "ästhetischen, formalen und weltanschaulichen Revolution" (Jan Tabor), die in der Wiener Kunst und Architektur die Vorstellungen von Raum, Architektur und Urbanismus ekstatisch auflud, eroberte sich Zechyr mit seinen Arbeiten ein Experimentierfeld von Utopie, Künstlichkeit und Sciencefiction.

Zechyrs Vorstellungen entsprachen in der von Geschwindigkeit bestimmten Konzeption, der Ausbildung von Megastrukturen sowie in ihrem Prozesscharakter jenen Entwürfen, die parallel u.a. von Coop Himmelblau, Haus-Rucker-Co, Zünd up oder auch Missing Link formuliert wurden. Der Künstler changierte permanent zwischen Natur und Architektur, baute wuchtige Formen aus Hölzern und Stroh und verband Organisches mit Technischem. Über die Verbindung von Technik und Natur hinaus, erscheinen Maschinen wie Organismen, beginnen Architekturen sich zu bewegen. Zechyr griff auch wiederholt auf archetypische Bildelemente zurück. So wirken etwa seine Stelen wie Megalithen.
Unterstützt von der Komposition und der Lichtführung erzeugte er Urvisionen, in denen das Bewusstmachen des Unbewussten unmittelbar erfolgte.